Dividenden ETFs für ein passives Einkommen
In meiner Blogserie «Finance Unplugged» behandle ich verschiedene Finanzthemen. Dieser Beitrag beschäftigt sich speziell damit, wie man mit Dividenden ETFs ein passives Einkommen generieren kann. Dividenden ETFs können somit eine gute Ergänzung zu thesaurierenden ETFs darstellen. Wie immer leicht, leserlich, verständlich.
Dividenden ETFS, oder auch ausschüttende ETFs genannt, sind nebst den thesaurierenden ETFs, die zweite Art von Indexfonds. ETFs sind Finanzprodukte, die insbesondere Privatanlegern eine einfache und kostengünstige Möglichkeit bieten, in verschiedene Märkte und Anlageklassen zu investieren. Sie haben in den letzten Jahren aufgrund ihrer Flexibilität, niedrigen Kosten und Diversifikation (Risikostreuung) an Bedeutung gewonnen. Zum Thema ETFs habe ich bereits einen ausführlichen Blogartikel geschrieben.
Wie erwähnt gibt es grundsätzlich zwei Arten von ETFs, nämlich thesaurierende oder ausschüttende. In diesem Beitrag werde ich aber speziell auf Dividenden ETFs, also ausschüttende ETFs, eingehen.

Dividenden ETFs oder thesaurierende ETFs
Hast du schon mal einen börsengehandelten Fonds (ETF) mit «ACC» oder «DIST» am Ende seiner Bezeichnung gesehen? Nun, wenn «ACC» draufsteht, handelt es sich um einen thesaurierenden ETF und wenn «DIST» draufsteht, dann ist es ein ausschüttender, also Dividenden ETF. Aber wie unterscheiden sich diese zwei Arten voneinander?
Dividenden ETFs: Bei Dividenden ETFs werden Dividenden direkt an die Anleger ausgeschüttet. Das bedeutet, dass die Gewinnausschüttung dem Investor direkt ausbezahlt wird. Dividenden-ETFs enthalten also gezielt Aktien von Unternehmen, die regelmäßig eine Dividende ausschütten. Somit lässt sich bei Bedarf ein passives Einkommen generieren.
Thesaurierende ETFs: Der thesaurierende ETF ist eine andere Art von ETFs. Bei diesem Produkt werden oft auch Dividenden ausgeschüttet. Im Gegensatz zu Dividenden ETFs werden hier die Dividenden aber vom Fondsmanager direkt in denselben Fonds wieder angelegt bzw. reinvestiert. Infolgedessen steigt der Wert des ETFs und man profitiert so vom Zinseszins Effekt.
Für wen sich Dividenden-ETFs eignen, hängt vor allem von den persönlichen Zielen und der eigenen Präferenz ab. Wer eine Geldanlage mit regelmäßigen Erträgen sucht, um so ein passives Einkommen zu generieren, kann von der Investition in dividendenstarke Indexfonds profitieren. Wer aber langfristig vom Zinseszins Effekt profitieren möchte, der wählt einen thesaurierenden ETF.
Dividenden-ETFs – die Vorteile
Nebst dem Vorteil, dass du mit Dividenden ETFs ein passives Einkommen generieren kannst, gibt es noch andere Vorteile auf die ich gerne eingehen möchte:
Regelmäßige Ausschüttungen: Durch die Investition in dividendenstarke Unternehmen erhalten Anleger kontinuierliche Erträge, die oft quartalsweise, halb- oder jährlich ausbezahlt werden. Mit Dividenden ETFs lässt sich also ein passives Einkommen generieren und die Liquidität erhöhen.

Diversifikation: Das ist grundsätzlich ein Vorteil von ETFs, egal ob thesaurierend oder ausschüttend. Ein ETF enthält zahlreiche Aktien verschiedener Unternehmen und Branchen, was das Risiko im Vergleich zu Einzelaktien reduziert und das Risiko somit breit streut.
Kosteneffizienz: Das ist ein weiterer grosser Vorteil von ETFs. Diese haben niedrigere Verwaltungsgebühren als aktiv gemanagte Fonds. Das kann die Rendite positiv beeinflussen.
Kompensation: Dividenden können selbst in schwächeren Marktphasen ausgeschüttet werden. Damit lassen sich potentielle Kursverluste kompensieren.
Dividenden ETFs – die Auswahlkriterien
Egal ob thesaurierend oder ausschüttend. Bei der Auswahl eines geeigneten ETFs, solltest du als Anleger entsprechende Aspekte berücksichtigen. Gerade wenn du speziell auf Dividenden ETFs setzen möchtest. Einige Aspekte kommen hier nämlich speziell zum tragen.
Dividendenrendite: Sie zeigt das Verhältnis zwischen der Dividende und dem Aktienkurs eines Unternehmens an und gibt Aufschluss darüber, wie hoch die Dividendenzahlungen im Verhältnis zum Börsenkurs sind. Schüttet ein Unternehmen beispielsweise eine jährliche Dividende von 1 CHF pro Aktie aus und liegt der aktuelle Aktienkurs bei 20 CHF, so beträgt die Dividendenrendite 5 %. Die Kennzahl hilft also, die Attraktivität einer Aktie aus Dividendensicht zu bewerten. Je höher diese Rendite also ist, desto mehr Geld erhalten die Aktionäre von ihrem Unternehmen zurückgezahlt.

Ausschüttungsquote: Dieser Wert zeigt, welcher Anteil des Gewinns als Dividende ausgeschüttet wird. Eine moderate Ausschüttungsquote kann auf eine nachhaltige und langfristige Dividendenpolitik hindeuten.
Regionale und sektorale Diversifikation: Ein breit gestreuter ETF, der in verschiedene Länder und Branchen / Industrien investiert, kann das Risiko weiter reduzieren.
Kostenquote (TER): Die Total Expense Ratio gibt an, welche jährlichen Kosten mit dem ETF verbunden sind. Niedrigere Kosten können deine Rendite optimieren. Die Kosten zu vergleichen lohnt sich somit sehr.
Dividenden ETFs – es gibt auch Nachteile
ETFs bieten viele Vorteile. Es gibt aber auch ein paar Nachteile. Der Vollständigkeitshalber sollen diese auch erwähnt werden:
Verrechnungssteuer: Achtung, im Gegensatz zu einem Kursgewinn einer Aktie, werden Dividenden in der Schweiz vom Bund besteuert. Aktionäre zahlen eine Verrechnungssteuer in Höhe von 35%. Diese Quellensteuer erhebt der Bund auf Dividenden und Zinsen. Das Ziel ist, Einkünfte und Vermögenserträge transparent zu machen. Der Aktionär kann die Verrechnungssteuer zurückfordern, soweit er seine Vermögenswerte in der Einkommenssteuererklärung ordentlich einträgt. Dem muss man sich also bewusst sein.
Marktrisiko: Egal welche Anlagestrategie man verfolgt oder in welche Anlagen man investiert. Eine Risikoarme Anlageform gibt es nicht. Wer etwas anderes behauptet, ist unseriös. Da ETFs Indexe nachbilden, sind sie den Schwankungen des Marktes ausgesetzt.
Währungsrisiken: Bei Investitionen in internationale ETFs können Wechselkursschwankungen die Rendite beeinflussen, positiv wie negativ. Deswegen sind wenn immer möglich Produkte in lokaler Währung zu bevorzugen. Es sei denn, man nimmt das bewusst in Kauf denn wie erwähnt, Wechselkurse können sich auch positiv entwickeln.
Konzentrationsrisiken: Einige ETFs können eine hohe Gewichtung in bestimmten Sektoren oder Regionen aufweisen. Das kann ggf. zu einem Klumpenrisiko werden, sollten sich gewisse Regionen oder gewisse Sektoren entsprechen negativ entwickeln.
Die grössten ETF Anbieter der Welt
Es gibt eine Vielzahl von Finanzinstituten bzw. Finanzdienstleistern, welche ETFs anbieten. Zur besseren Übersicht und Verständnis, liste ich hier nachfolgend einige der grössten und bekanntesten Anbieter von ETFs der Welt auf. Diese Firmen bieten selbstverständlich eine Vielzahl von ETFs an, also nicht nur Dividenden ETFs. Als Quelle dafür dient mir die Plattform extraETF.
BlackRock (iShares): Mit einem Anlagevolumen von 909.7 Mrd. Euro, ist der US-amerikanische Vermögensverwalter BlackRock der größte ETF-Anbieter der Welt. Unter der ETF Marke iShare bietet die Firma 723 ETFs an.

Amundi: Amundi ETF gehört zur Amundi-Gruppe, einem der weltweit führenden Vermögensverwalter aus Frankreich. Amundi ETF bietet an den bedeutendsten Börsen Europas ein breites Produktangebot an. Das Unternehmen verwaltet ein Anlagevolumen von etwa 284 Mrd. Euro. Das ETF Portfolio umfasst über 500 ETFs.
XTrackers: Das ist die ETF Marke der DWS Gruppe mit Sitz in Frankfurt am Main, ein zur Deutschen Bank gehöriger, börsennotierter Vermögensverwalter. Xtrackers bietet ein breites Spektrum an effizienten und qualitativ hochwertigen ETFs an. Das Unternehmen verwaltet ein Anlagevolumen von etwa 294 Mrd. Euro und bietet insgesamt 397 ETFs an.
The Vanguard Group: Vanguard ist ein US-amerikanisches Finanzdienstleistungsunternehmen, das bekannt für eher kostengünstige Indexfonds ist. Der erste Indexfond hat die Firma im Jahr 1976 auferlegt. Mit einem Anlagevolumen von etwa 167 Mrd. Euro gehört es zu den grössten Finanzinstituten. Das ETF Portfolio beinhaltet 89 ETFs.
State Street Global Advisors (SPDR): State Street aus den USA ist vor allem durch seine SPDR-ETF-Serie bekannt. Das Unternehmen verwaltet ein beträchtliches Vermögen und bietet 139 von ETFs an, darunter den SPDR S&P 500 ETF, der lange Zeit als größter ETF der Welt galt. Mit einem Anlagevolumen von etwa 104 Mrd. Euro gehört auch State Street zu den grössten der Welt.
Invesco: Auch Invesco ist ein US-amerikanischer Vermögensverwalter. Mit 245 ETFs bietet es eine breite Palette von ETFs an, darunter der bekannte Invesco EQQQ Nasdaq-100 ETF, der den Nasdaq-100-Index abbildet. Mit einem Anlagevolumen von etwa 114 Mrd. Euro ist es eines der grössten Anbieter weltweit.
Diese Anbieter dominieren den globalen ETF-Markt und bieten Investoren eine Vielzahl von Anlagemöglichkeiten über unterschiedliche Anlageklassen und Regionen hinweg.
Die grössten Dividenden ETFs der Welt nach Fondsvolumen
Wenn ich schon dabei sind, kann ich auch gleich noch die 5 grössten Dividenden ETFs erwähnen. Die Rangliste berücksichtigt dabei das Fondsvolumen. Als Quelle dient mir dabei die Plattform Finanzfluss. Das ist von von mir aus gesehen die beste Finanzplattform im deutschsprachigen Raum. Mehr Inspiration geht nicht.
Auf dem ersten Rang finden wir den Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF mit einem Fondsvolumen von 5,71 Milliarden Euro. Dieser ETF investiert in große und mittelgroße Unternehmen weltweit, die eine überdurchschnittliche Dividendenrendite aufweisen. Er bietet Anlegern Zugang zu einer breiten Diversifikation über verschiedene Länder und Sektoren hinweg.
Auf dem zweiten Rang folgt der SPDR S&P US Dividend Aristocrats UCITS ETF mit einem Fondsvolumen von 3,59 Milliarden Euro. Dieser ETF fokussiert sich auf US-amerikanische Unternehmen, die ihre Dividenden über mindestens 20 aufeinanderfolgende Jahre erhöht haben. Er zielt darauf ab, stabile und wachsende Dividendenerträge zu bieten
Der dritte Rang erreicht der iShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF mit einem Fondsvolumen von 2,66 Milliarden Euro. Dieser ETF bildet den STOXX Global Select Dividend 100 Index ab, der 100 Unternehmen aus Europa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum. Er bietet also eine breite geografische Diversifikation
Auf dem vierten Rang finden wir den WisdomTree Global Quality Dividend Growth UCITS ETF mit einem Fondsvolumen von 1,84 Milliarden Euro. Dieser ETF investiert in qualitativ hochwertige Unternehmen weltweit, die sowohl durch Dividendenwachstum als auch durch solide Fundamentaldaten überzeugen. Der Fokus liegt auf nachhaltigen Dividendenausschüttungen.
Und auf dem fünften Rang finden wir den SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF mit einem Fondsvolumen von 1,13 Milliarden Euro. Dieser ETF zielt darauf ab, weltweit in Unternehmen zu investieren, die eine konsistente Dividendenpolitik verfolgen und ihre Ausschüttungen über einen längeren Zeitraum hinweg gesteigert haben. Er bietet eine globale Diversifikation mit Fokus auf Dividendenaristokraten.
ETFs mit der höchsten Dividendenrendite
Wir haben gelernt, je höher die Dividendenrendite ausfällt, desto mehr Geld erhalten die Aktionäre. Man könnte auch sagen, je höher die Rendite, desto attraktiver ist der entsprechende ETF. Hier möchte ich nun die ETFs auflisten, welche die höchste Dividendenrendite haben. Als Quelle dient mir dafür die ETF Plattform Justetf. Auf dieser Plattform findet man alles über ETFs.
Der erste Rang belegt der Global X Nasdaq 100 Covered Call UCITS ETF D mit einer Ausschüttungsrendite von 12,09%. Dieser ETF verfolgt eine Covered-Call-Strategie auf den Nasdaq 100 Index, wodurch regelmäßige Prämieneinnahmen generiert werden, die zu hohen Ausschüttungen führen.
Auf Rang zwei folgt der Global X SuperDividend® UCITS ETF D mit einer Ausschüttungsrendite von 11,33%. Der ETF investiert gleichgewichtet in 100 Unternehmen weltweit mit hohen Dividendenrenditen, darunter viele aus den Bereichen Immobilien, Energie und Rohstoffe.
Auf Rang drei landet der Invesco Morningstar US Energy Infrastructure MLP UCITS ETF mit einer Ausschüttungsrendite von 9,3%. Dieser ETF fokussiert auf den US-Energiesektor, insbesondere auf Unternehmen, die in der Energieinfrastruktur tätig sind, wie z.B. Pipeline-Betreiber.
Auf Rang vier landet der iShares Emerging Markets Dividend UCITS ETF mit einer Ausschüttungsrendite von 7,5%. Dieser ETF investiert in dividendenstarke Unternehmen aus Schwellenländern, wobei ein Schwerpunkt auf Finanzdienstleistungen und Telekommunikation liegt.
Den fünften Rang erzielt letztlich der Global X S&P 500 Covered Call UCITS ETF mit einer Ausschüttungsrendite von 7,8%.Dieser ETF kombiniert eine Investition in den S&P 500 Index mit einer Covered-Call-Strategie, um zusätzliche Einnahmen durch Optionsprämien zu erzielen.
Alternative zu Dividenden ETFs
Wer sich für regelmäßige Erträge interessiert mit dem Ziel, aber nicht ausschließlich in Dividendenaktien investieren möchte, kann auch alternative Anlageklassen in Betracht ziehen.
Anleihen-ETFs: Diese bieten regelmäßige Zinszahlungen und können zur Diversifikation des Portfolios beitragen.
Immobilien-ETFs: Diese ETFs werden auch REITs genannt und investieren in Immobiliengesellschaften, die ebenfalls hohe Ausschüttungen bieten.
Multi-Asset-ETFs: Kombinationen aus Aktien und Anleihen können eine ausgewogene Balance zwischen Wachstum und Einkommen bieten.
Fazit und persönliche Meinung
Dividenden-ETFs eignen sich also besonders für Anleger mit einer langfristigen Perspektive, da die ausgeschütteten Dividenden über Jahre hinweg attraktive Erträge generieren können. Damit lässt sich ein nachhaltiges passives Einkommen generieren. Zudem können Dividenden-ETFs eine defensive Anlagestrategie unterstützen, da dividendenstarke Unternehmen oft stabiler sind als wachstumsorientierte Firmen ohne regelmäßige Ausschüttungen. Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten bieten Dividenden eine gewisse Stabilität. Aber grundsätzlich macht man mit dem Investieren in ETFs nichts falsch. Egal ob man einen thesaurierenden oder ausschüttenden ETF wählt. Ich bevorzuge thesaurierende ETFs, denn ich will vor allem vom Zinseszins Effekt profitieren. Zudem will ich allfällige Dividenden nicht zusätzlich versteuern müssen.

