Nachhaltig investieren – darauf sollte man achten
In meiner Blogserie «Finance Unplugged» behandle ich verschiedene Finanzthemen. Wie immer, leicht, leserlich, verständlich. Dieser Beitrag befasst sich mit dem Thema nachhaltig investieren sprich, investieren in Sektoren wie z.B. erneuerbare Energien oder Elektromobilität und worauf man dabei achten sollte. Investments in solchen Sektoren bieten zwar viele Chancen, aber auch viele Risiken. Eine Risiko dabei ist z.B. das Greenwashing. Denn beim Greenwashing stellen Unternehmen z.B. eben ihre Finanzprodukte, um-weltbewusster und nachhaltiger dar, als diese in Wirklichkeit sind. Diese Strategie ist heute weit verbreitet. Aber in solche Anlagen willst du ja nicht investieren, wenn dir Nachhaltigkeit wichtig ist.
Einleitung – Nachhaltigkeit trifft Rendite
Nachhaltig investieren ist längst kein Nischenthema mehr, sondern ein fester Bestandteil moderner Anlagestrategien. Immer mehr Privatinvestoren (und damit ist auch die weibliche Zielgruppe gemeint) stellen sich vermehrt die Frage: Wie kann ich mein Geld so anlegen, dass es nicht nur Rendite bringt, sondern auch einen positiven Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft hat?
Die Nachfrage nach ESG-Investments (Environmental, Social, Governance) steigt weiter, Regulierungen schaffen mehr Transparenz und neue Technologien, wie die künstliche Intelligenz, ermöglicht Anlegern detaillierte Einblicke in die Nachhaltigkeit einzelner Unternehmen. Doch wie trennt man die Spreu vom Weizen? Worauf sollte man achten, wenn man in solche Anlagen investieren und sein Portfolio nachhaltig ausrichten möchte?

Was bedeutet „nachhaltig investieren“ überhaupt?
Nachhaltig investieren 2025 bedeutet zunächst mal, dass man das eigene Kapital nicht nur nach klassischen Kriterien wie z.B. Rendite, Risiko oder Liquidität ausrichtet, sondern zusätzlich auch vermehrt ökologische und soziale Faktoren einer Anlage bzw. eines Finanzprodukts berücksichtigt. Hierzu habe ich ein praktisches Beispiel.
Als ich mit dem Investieren angefangen habe, wollte ich in einen Rohstoff-ETF investieren. Wie immer wählte ich entsprechende Produkte auf der Webseite JustETF aus. Als ich das Fact-Sheet von einem ETF studierte fiel mir auf, dass dieses Produkt auch Unternehmen beinhaltete, die Viehhandel betreiben, Viehhandel (!). Da war für mich schnell klar, in Firmen, die Geld machen indem sie z.B. Rinder und Schweine züchten und diese in die ganze Welt verfrachten, will ich mein Geld bestimmt nicht investieren. Solche Unternehmen und Sektoren will ich auch nicht unterstützen. Dasselbe gilt für mich übrigens für Investments in Rüstungsunternehmen. Das ist für mich Ethisch nicht vertretbar.
Kriterien für nachhaltiges investieren
Sobald man den Gedanken gefasst hat, in nachhaltige Anlagen, also sogenannte ESG-Investments, zu investieren, sollte man folgende Kriterien berücksichtigen:
E wie «Environmental»: hierbei geht es um Umweltthemen wie Klimaschutz, Energieeffizienz und Ressourcenschonung.
S wie «Social»: hierbei geht es um soziale Themen wie Arbeitsbedingungen, Gleichberechtigung und Menschenrechte.
G wie «Governance»: hierbei geht es um eine Organisation sprich, Unternehmensführung, Transparenz und Antikorruption.
Im Kern geht es also darum, Gewinne mit Verantwortung zu erzielen. Ein solcher ein Ansatz ist nicht nur ökologisch sinnvoll. Er kann sich auch finanziell lohnen.
Warum gerade 2025 ein Wendepunkt sein kann
Insbesondere für Anleger im deutschsprachigen Raum gibt es 2025 mehrere Entwicklungen, die nachhaltige Geldanlagen besonders spannend machen.
Strengere EU-Regulierung: Mit der EU-Taxonomie Verordnung, werden Unternehmen verpflichtet, klar offenzulegen, wie nachhaltig ihre Geschäftsmodelle sind. Denn die EU-Taxonomie ist ein Klassifizierungssystem der Europäischen Union, das wirtschaftliche Aktivitäten nach ihrer Nachhaltigkeit bewertet. Es soll Investitionen in umweltfreundliche und klimaschonende Projekte lenken und so die Ziele des Green Deal, also der Klimaneutralität bis 2050, unterstützen. Die Taxonomie definiert, welche wirtschaftlichen Tätigkeiten als nachhaltig gelten und welche nicht, und bietet somit Unternehmen und Investoren eine Orientierungshilfe. Das erleichtert es Anlegern, gerade Greenwashing zu erkennen.
Wachsende Nachfrage nach ESG-ETFs: Immer mehr Finanzinstitute und Broker bieten nachhaltige ETFs an. Perfekt also, für eine Buy & Hold Strategie und einen langfristigen Vermögensaufbau.
Technologischer Fortschritt: KI-gestützte Tools helfen, nachhaltige Unternehmen präzise zu identifizieren und deren Geschäftsmodelle zu verstehen.
Megatrends wie Energiewende & E-Mobilität: Milliardeninvestitionen in erneuerbare Energien, Infrastruktur und Digitalisierung schaffen attraktive Anlagechancen.
Chancen nachhaltiger Investments
Wachstumssektoren: Sektoren wie z.B. erneuerbare Energien, Elektromobilität, Recycling, Wasserstoff oder Digitalisierung (Auflistung ist nicht abschliessend), sind die heutigen Megatrends. Diese Industrien zählen zu den grössten Wachstumsbranchen der nächsten Jahrzehnte. Denn für die Entwicklung dieser Industrien, fliesst sehr viel Geld.
Krisenresistenz: Nachhaltige Unternehmen schneiden in Krisenzeiten oft stabiler ab. Denn solche Firmen verfolgen nachhaltige und langfristige Geschäftsmodelle. Zudem sind sie weniger abhängig von fossilen Rohstoffen.
Politische Unterstützung: Damit sich neue Technologien und Industrien erfolgreich entwickeln, müssen sie politisch unterstützt werden. Die Politik muss dafür die richtigen Voraussetzungen schaffen. Gerade Themen wie erneuerbare Energien oder Elektromobilität, liegen auf der politischen Agenda vieler führenden Industrienationen ganz oben. Dadurch werden Fördergelder wie z.B. staatliche Subventionen, Förderprogramme oder eben EU-Initiativen gesprochen. Solche Massnahmen können dabei als Renditebooster wirken.
Risiken und Stolperfallen nachhaltiger Investments
Greenwashing: Wie bereits weiter oben erwähnt, ist Greenwashing leider weit verbreitet. Manche Finanzinstitute schmücken ihre Produkte mit „grünem“ Label. Dabei investieren sie nach wie vor z.B. in fossile Brennstoffe wie Öl oder Gas. Tipp: Fonds-Prospekte genau prüfen und einzelne Finanzprodukte vergleichen.
Volatilität: «Grüne» Industrien befinden sind nach wie vor in der Entwicklung. Viele haben sich noch nicht ganz durchgesetzt. Finanzprodukte z.B. der E-Mobilität oder Wasserstoff sind deswegen oft stark schwankungsanfällig. Wer aber z.B. auf einen 20-Jahre langen Anlagehorizont setzt, wird solche Schwankungen ausmerzen können.
Diversifikationsfalle: Wer nur auf ein Nachhaltigkeitsthema setzt (z. B. E-Mobilität), riskiert Klumpenrisiken. Deswegen ist es wichtig, z.B. nachhaltige ETFs dem aktuellen Portfolio beizumischen. Denn das sorgt für zusätzliche Diversifikation.

Fazit: Nachhaltig investieren lohnt sich – für Geldbeutel und Zukunft
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass nachhaltiges Investieren im 2025 mehr als nur ein Trend ist. Es ist eine intelligente Strategie, die Rendite und verantwortungsvolles Investieren kombiniert. Insbesondere wer einen langen Anlagehorizont von z.B. 20 Jahren hat, kann doppelt profitieren. Denn mit einem solchen langen Anlagehorizont, lassen sich langfristige Erträge sichern. Zudem leistet man einen Beitrag in seine eigene, bessere Zukunft.
Die gute Nachricht: Der Einstieg ist heute einfacher denn je. Mit nachhaltigen ETFs lässt sich das eigene Portfolio breit diversifizieren und man kann bereits mit kleinen Beträgen loslegen. Wichtig ist nur auf Transparenz zu achten, um Greenwashing zu vermeiden. Wer jetzt die Weichen stellt, profitiert nicht nur finanziell, sondern auch emotional. Denn das Gefühl, Geld sinnvoll einzusetzen ist eine Rendite, die sich in keiner Zahl ausdrücken lässt.

