Swissquote – das ist mein Erfahrungsbericht
In meiner Blogserie «Finance Unplugged» behandle ich verschiedene Finanzthemen. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dem Onlinebroker Swissquote und meiner persönlichen Erfahrung damit. Wie immer, leicht, leserlich, verständlich.
Swissquote ist der Schweizer Onlinebroker-Pionier, denn dieser ging 1996 als erster Schweizer Onlinebroker an den Start. Heute, also fast 30 Jahre später, ist Swissquote eine äusserst erfolgreiche Bank(engruppe). Sie wird von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA reguliert, hat über 1’000 Mitarbeiter und erzielte im Jahr 2023 einen Umsatz von knapp über einer halben Milliarde Schweizer Franken. Die Marktkapitalisierung beträgt dabei CHF 5.24 Mia. Die Aktie (SQN) ist in den letzten 5 Jahren von CHF 46.76 auf CHF 346.40 (Stand 15. Nov. 2024) gestiegen. Das ist ein Plus von sagenhaften 640.80% (!).

Swissquote – deswegen nutze ich diesen Broker
Ich nutze Swissquote seit meinem zweiten Börsenstart im Frühling 2020. Das sind nun also etwas mehr als 4.5 Jahre. Bei der Auswahl des Brokers kam für mich grundsätzlich kein anderer in Frage. Denn Finanzen sind Vertrauenssache und deswegen entschied ich mich für einen Schweizer Anbieter. Nachfolgend liste ich die für mich wichtigsten Auswahlkriterien und Vorteile von Swissquote auf:
Vertrauen / Sicherheit: Das wichtigste Kriterium für mich. Als Schweizer Bank wird Swissquote von der schweizerischen Finanzaufsichtsbehörde FINMA reguliert. Zudem hat Swissquote, als Mitglied der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), die Einlegerschutz Vereinbarung unterzeichnet. Damit wird den Gläubigern bzw. Anlegern bei einem etwaigen Bankenkonkurs, raschen Schutz garantiert, und zwar bis zu 100’000.
Breites Angebot: Swissquote bietet den Handel mit einer Vielzahl von Finanzprodukte wie z.B. Aktien oder ETFs an. Mit Swissquote kann man auf über 70 internationalen Börsen handeln. Darüber lassen sich also nicht nur an der Schweizer Börse SIX Finanzprodukte handeln, sondern auch an der deutschen Börse XETRA oder an der New York Stock Exchange (NYSE) die sich an der berühmt berüchtigten «Wall Street» befindet.
Kryptowährungen: Auch wenn mir Kryptowährungen aktuell noch zu volatil sind, Swissquote ist einer der größeren Broker, der den Handel mit Kryptowährungen anbietet. Das ist besonders für Anleger von Interesse, die in digitale Währungen investieren möchten. Auch in diesem Bereich wurde Pionierarbeit geleistet. Denn Swissquote war 2017 die erste Schweizer Online-Bank, die das Handeln mit Kryptwährungen ermöglichte.
Bildungsangebote: Swissquote bietet verschiedene Bildungsressourcen an, von Marktanalysen bis hin zu Webinaren, was besonders für Einsteiger nützlich ist. Man kann auch professionellen Tradern live beim Handeln zu schauen, das finde ich super interessant!
Swissquote – User Experience
Nutzererlebnis: Swissquote bietet zwei Nutzerplattformen an. Einerseits eine Desktop-Version und andererseits eine App-Version fürs Smartphone. Wie das so ist, die Anbieter versuchen ihren Kunden stets das beste Nutzererlebnis zu bieten. Deswegen haben sich beide Versionen in diesen 4.5 Jahren ein paarmal verändert bzw. wurden entsprechend angepasst.
Desktop-Version: Diese Version empfinde ich grundsätzlich übersichtlicher als die App. Deswegen handle bzw. kaufe und verkaufe ich vorwiegend über diese Plattform. Die Trading-Plattform ist die Schaltzentrale deines «tradings». Sie ist modern gestaltet und bietet eine sehr gute Übersicht über das eigene Depot. Mittels Drag & Drop lassen sich die einzelnen Positionen z.B. anpassen. Mit wenigen Klicks lässt es sich dann eben auch «traden». Nebst dem bietet die Plattform auch eine klassische Suchfunktion ab. Darüber lassen sich z.B. Aktien oder ETF’s ganz einfach suchen und als Favoriten abspeichern. Ich finde die Plattform also überaus Nutzerfreundlich. Aber das ist meine persönliche Meinung.
Übrigens kannst du zunächst auch nur ein Demokonto eröffnen. Damit kannst du mit der Plattform etwas herumspielen und dich mit den Funktionen vertraut machen. Das Demokonto lässt sich dann in ein echtes umwandeln. Falls dich das Angebot von Swissquote überzeugt, dann sichere dir bei der Kontoeröffnung mit dem Aktionscode «rn6w45» die ersten 100 CHF Transaktionsgebühren.
App-Version: Die Swissquote App nutze ich praktisch nur um tagsüber bzw. um hin- und wieder den Tageskurs meines Depots zu beobachten. Darüber handeln tue ich selten. Für zum Traden setze ich mich an den PC und arbeite mit der Desktop-Version.

Swissquote – Gebührenübersicht
Wie für jeden Finanzdienstleister, sind Gebühren auch für Swissquote eine der Haupteinnahmequellen und Teil des Geschäftsmodells. Eins gleich vorneweg, es gibt bestimmt günstigere Anbieter in der Schweiz. Damit meine ich insbesondere ausländische Anbieter wie z.B De Giro oder Interactive Brokers. Aber man muss immer aufpassen, dass man Äpfel mit Äpfeln vergleicht. Einige Broker sind z.B. nicht im Besitz einer Schweizer Banklizenz und müssen deshalb nicht den gleichen administrativen (Stichwort Legal und Compliance) und deshalb auch finanziellen Aufwand betreiben, wie Swissquote. Oder einige Anbieter verlangen z.B. keine Depotgebühren. Durch die neue Konkurrenz hat Swissquote die Gebühren in der Zwischenzeit aber angepasst und hat z.B. einen Pauschaltarif für den ETF- und Aktienhandel eingeführt.
Gebühren beeinflussen also deine Rendite und grundsätzlich beeinflusst deine Strategie die Höhe dieser Gebühren. Jemand der z.B. Aktien kauft und sie dann lange hält und somit eine Buy & Hold Strategie verfolgt, verursacht andere Transaktionskosten, als jemand der sich im «day trading» versucht (tägliches kaufen und verkaufen). Das Sprichwort der Börsenoma Beate Sanders «Hin und her macht Tasche leer» kommt also nicht von ungefähr. Aber gehen wir etwas näher auf die einzelnen, wichtigsten Gebühren und Tarife ein.
Depotgebühren: Depotgebühren sind Gebühren, die eine Broker ihren Kunden für die Verwahrung von Wertpapieren in Rechnung stellt. Bei Swissquote richten sich diese nach dem Vermögenswert deines Depots und fallen vierteljährlich an. Je höher dein Vermögen bei Swissquote also ist, desto höher sind die Gebühren. Das sollte eigentlich umgekehrt sein.
| Depotgebühr pro Quartal | Vermögenswerte (ausser Bargeld) |
| CHF 20.- | CHF 0 – 50’000 |
| CHF 25.- | CHF 50’000 – 100’000 |
| CHF 37.50 | CHF 100’000 – 150’000 |
| CHF 50.- | CHF >150’000.- |
Transaktionsgebühren (Courtagen): Das ist wohl die wichtigste bzw. die Gebühr, die am meisten zur Geltung kommt. Denn jede Transaktion für den Kauf und Verkauf von Aktien oder ETF’s kostet Geld. Wie oben bereits erwähnt, deine Strategie beeinflusst die Höhe dieser Gebühren wesentlich und sie richten sich vorwiegend nach der Investitionssumme und dem Handelsplatz. Es gibt eine Faustregel, die besagt, dass die Transaktionsgebühren max. 1.5% der investierten Summe ausmachen sollten. Da ich unabhängig von der Währung jeweils max. 1’500.- pro Transaktion investiere, belaufen sich die Kosten in etwa in diesem Rahmen. Ich liste die Gebührentabelle hier nicht auf. Diese kannst du bei Bedarf auf der Swissquote Webseite abrufen.
Für «daytrader» wenn jemand also öfters handelt, könnte das Pauschal-bzw. «Flat Free Angebot» von Interesse sein. Je höher die Anzahl durchgeführter Trades pro Jahr, desto tiefer sind die Pauschalgebühren. Diese Kostenübersicht findest du hier. Oder du sicherst dir bei der Kontoeröffnung «Trading Credits» in der Höhe von CHF 100.-. Gib dafür einfach den Aktionscode «rn6w45» an.
Für so genannte “ETF Leaders” (darunter fallen rund 1’000 ETFs, der bekanntesten Anbieter wie iShares oder Vanguard) gibt es übrigens auch ein Pauschalangebot und zwar von CHF 5.- bis 9.- pro Transaktion. Seit 2022 besteht zudem die Möglichkeit, ETF-Sparpläne zu besparen. Dabei zahlt man monatlich in einen ETF-Sparplan ein. Besparen kann man z.B. Indizes wie den SMI, Dax oder Euro Stoxx 50. Leider fallen dieselben Gebühren an wie bei einer üblichen Transaktion. Swissquote sollte das besparen aber entsprechend belohnen.
Fremdwährungsgebühren: Je nach Handelsplatz kann es vorkommen, dass du gewisse Titel in der lokalen Währung handelst, also z.B. in USD oder Euro. Dafür musst du die Währung kaufen und dafür fallen Gebühren an. Die Gebühren für eine der Hauptwährungen wie EUR, USD, GBP, CHF, JPY, AUD, CAD, NZD fallen 0.95% Gebühren an.
Nebst diesen Gebühren gibt es noch eine Vielzahl anderer Gebühren wie z.B. Gebühren bei der Nutzung der Kreditkarten von Swissquote (diese erhältst du freiwillig bzw. bei Bedarf). Oder Gebühren für den Handel mit Krypto. Aber auf Gebühren für Produkte, die ich nicht nutze, werde ich nicht eingehen.
Fazit: Nebst Swissquote sind in der Zwischenzeit auch andere Anbieter in die Schweiz. Diese mögen zum Teil günstiger sein. Aber was ich für die Kosten erhalte, stimmt für mich soweit. Insgesamt ist Swissquote also eine solide Wahl für Anleger, die eine breite Palette von Finanzinstrumenten und eine sichere Handelsumgebung suchen, insbesondere wenn man den Fokus auf Schweizer Banken legt.

