Obligationen einfach erklärt
In meiner Blogserie «Finance Unplugged» berichte ich über diverse Finanzthemen. In diesem Beitrag geht es Obligationen. Diesen Begriff hast du bestimmt auch schon oft gehört. Aber was genau sind Obligationen eigentlich? Nun, das kannst du hier erfahren. Wie immer, leicht, leserlich, verständlich.
Obligationen / Staatsanleihen / Bonds
Zunächst mal gibt es verschiedene Bezeichnungen für Obligationen. Oft werden sie auch Staatsanleihen oder in den USA, Bonds genannt. Bedeuten tun sie aber alle dasselbe. Obligationen sind Schuldtitel, die von Staaten, Unternehmen oder anderen Institutionen ausgegeben werden, um Kapital zu beschaffen. Sie stellen im Wesentlichen einen Kredit dar, den der Käufer (Investoren) der Obligation dem Emittenten (Herausgeber) gewährt. Im Gegenzug verpflichtet sich der Herausgeber der Obligation, dem Käufer regelmäßige Zinszahlungen zu leisten und den Nennwert der Obligation am Ende der Laufzeit zurückzuzahlen. Herausgeber sind oft Staaten (deswegen Staatsanleihen) die sich frisches Geld besorgen müssen um ihre Schulden zu tilgen. Das ist ein grosses Thema, denn viele Staaten sind hoch verschuldet und benötigen immer wieder frisches Geld. Mit Obligationen können sie sich dann eben frisches Geld an den Finanzmärkten besorgen.
Eine Obligation zeichnet sich durch den sogenannten «Nominalwert» (z.B. 1.000 € / $ oder CHF) sowie durch einen festen Zinssatz (Coupon) aus. Dieser Coupon wird jährlich oder halbjährlich an den Inhaber der Obligation ausgezahlt und ist ein wesentlicher Anreiz für den Kauf einer Obligation. Die Laufzeit einer Obligation kann variieren, von wenigen Jahren bis zu mehreren Jahrzehnten. Bleiben wir mal bei den Staatsanleihen als Form der Obligation. Das Risiko und somit die Gewinnspanne unterscheidet sich je nachdem, welcher Staat die Obligation herausgibt. Der Zins einer Obligation für den Staat Norwegen oder Schweiz ist um einiges tiefer als der von z.B. Italien oder Griechenland. Denn das Risiko einer Staatspleite ist aufgrund des Verschuldungsgrades von Staaten wie eben Italien oder Griechenland höher als bei Norwegen oder der Schweiz.
Wie funktioniert eine Obligation?
Wenn ein Investor eine Obligation kauft, leiht er dem Herausgeber also Geld für die festgelegte Laufzeit. Während dieser Zeit zahlt der Herausgeber dem Investor regelmäßige Zinsen. Am Ende der Laufzeit, dem sogenannten «Fälligkeitstermin», wird der Nennwert (also eben z.B. 1.000 €) der Obligation an den Investor zurückgezahlt. Sollte der Herausgeber während der Laufzeit zahlungsunfähig werden, kann es zu Verlusten kommen, was das Risiko einer Obligationen-Investition darstellt. Obligationen können an den Finanzmärkten gehandelt werden. Der Preis einer Obligation schwankt dabei je nach Marktzinsen und Bonität (Kreditwürdigkeit) des Herausgebers. Wenn die Zinsen auf dem Markt steigen, fallen die Preise bestehender Obligationen, weil deren feste Coupons weniger attraktiv werden. Umgekehrt steigt der Preis bestehender Obligationen, wenn die Marktzinsen sinken.
Weshalb sollte man in Obligationen investieren?
1. Sicherheit und Stabilität; Obligationen gelten in der Regel als sicherere Anlageform als Aktien, insbesondere Staatsanleihen von stabilen Ländern, da sie aufgrund der festgelegten Zinsen und Laufzeit weniger schwanken als Aktien. Für Anleger, die ihre Kapitalanlage sicherer und stabiler gestalten wollen, bieten sie eine stabile Einkommensquelle, da die Zinszahlungen in der Regel zuverlässig sind. Staatsanleihen aus Ländern mit hoher Bonität (z. B. USA, Deutschland, Schweiz, Norwegen) gelten als nahezu risikofrei.
2. Diversifikation des Portfolios; Obligationen sind eine wichtige Komponente in einem diversifizierten Portfolio. Sie bieten eine geringere Volatilität (schwanken eben weniger) als Aktien und können daher helfen, das Risiko zu verringern oder etwas Stabilität ins Portfolio zu bringen. In Zeiten von Markt-unsicherheit oder Wirtschaftskrisen können Obligationen sogar als „sicherer Hafen“ dienen, da die Nachfrage nach stabilen Anleihen bzw. stabilem Risiko steigt.
3. Planbare Einkommensquelle; Der regelmäßige Erhalt von Zinszahlungen (Coupons) bietet eine planbare Einkommensquelle. Diese Zinsen können vor allem für Einkommenssuchende oder für Rentner, die eine regelmäßige Einnahmequelle benötigen, attraktiv sein.
4. Kapitalerhalt und langfristiger Wert; Wenn man eine Obligation bis zur Fälligkeit hält, kann man den Nennwert in der Regel vollständig zurückerhalten. Das macht Obligationen zu einer guten Wahl für Anleger, die ihr Kapital über einen längeren Zeitraum sicher anlegen möchten.
5. Zinsen und Marktbedingungen nutzen; In einem Umfeld sinkender Zinsen kann der Wert von bestehenden Obligationen steigen. Investoren können so von einem Anstieg der Marktnachfrage und einem Anstieg der Bond-Preise profitieren. Dies kann insbesondere in Zeiten von Zinssenkungen oder Rezessionen der Fall sein.
Fazit: Obligationen sind eine sichere und zuverlässige Anlageoption für Anleger, die Stabilität und planbare Erträge suchen. Sie bieten nicht nur Diversifikation, sondern auch Schutz vor Marktrisiken, insbesondere wenn man in Anleihen von bonitätsstarken Herausgebern investiert. Besonders für konservative Anleger oder zur Absicherung eines Portfolios sind sie eine wertvolle Ergänzung. Ich persönlich habe auch schon in Bonds investiert. Allerdings bisher nur Coupons von sehr Risikoarmen Staatsanleihen wie deren der Schweiz.

